Montag, 23. Juli 2012

Auf dem Großen Hörselberg

Auch diese Woche gab es wieder einen großen Ausflug. Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:


Start:
Hastrungsfeld Wanderparkplatz
Ziele:
Großer Hörselberg samt Berggasthaus
Venushöhle
Kammweg Großer und Kleiner Hörselberg Bahnhof Wutha
Dauer:
ca. 5 Stunden
Länge:
ca. 16,5 km


Aber nun der Reihe nach: Obwohl das Wetter anfangs noch richtig gut aussah, zog sich der Himmel schnell wieder mit dicken Wolken voll. Zu weit wollten wir nicht fahren und so entschieden wir uns für den Hörselberg als Ziel. Da wir ihn vor kurzem schon einmal ausgeschildert auf dem Weg zum Flugplatz Kindel gesehen hatten, nahmen wir diese Strecke. Einfacher wäre es jedoch, über die Stadtautobahn nach Wutha-Farnroda, dann nach Schönau, Kälberfeld, Sättelstädt und Hastrungsfeld zu fahren, was wir das nächste Mal auch machen werden, sagt Frauchen.
Aussicht vom Großen Hörselberg



In Hastrungsfeld angekommen führte der Weg eine kleine Seitenstraße hinauf. Gleich den ersten Wanderparkplatz nutzten wir, auch wenn wir durch den Wald auf einer sehr holprigen Strecke direkt bis zum Berggasthaus hätten fahren können.

Der Aufstieg


Vom Parkplatz aus ging es immer gerade nach oben, teilweise ziemlich steil, aber mitten durch den Wald. Bis zum Berggasthaus müsst ihr noch mit Autos und Motorrädern rechnen, der Aufstieg ist aber mit etwa zwei Kilometern nicht allzu lang, wenn auch umso anstrengender, zumindest für die untrainierten Menschen.

Oben auf dem Großen Hörselberg angekommen, wird man aber belohnt. Eine phantastische Aussicht, die schätzungsweise bis zum Inselsberg reicht und zahlreiche kleine und größere Dörfer zeigt, ist die Belohnung.

Aufgrund des kurzen Aufstiegs wollten wir aber noch keine große Rast machen, also nutzten wir den Weg zur Venushöhle als erstes Etappenziel.

Die Venushöhle


wollen doch mal schauen, ob da eine Fledermaus zu sehen ist
Da wir den obersten Punkt des Berges bereits erreicht hatten, fielen alle anderen Wege ab, so dass der Abstieg sich entspannter gestaltete. Die Venushöhle fanden wir auch nach wenigen Momenten. Sie gehört zu den großen Sagen, die sich um die Hörselberge ranken.

Einst wurde sie als Hörselloch bezeichnet und soll sogar einmal die Burg der germanischen Göttin Hulda gewesen sein. Hulda zog von der Venushöhle aus mit ihrem Wilden Heer, den gefallenen germanischen Kriegern, zur Jagd in den Thüringer Wald aus, heißt es in der Sage.

Doch als es zur Christianisierung kam, war es damit vorbei. Die Venushöhle war jetzt das Heim der Venus, einer Teufelin, die Männer verzehrt haben soll. Vor allem ehrbare Ritter waren ihre Opfer, die sie in die Höhle lockte und zu unehrlichen Taten verführte. Diese Sage wurde sogar von Richard Wagner aufgegriffen und im „Tannhäuser“ verarbeitet.

Heute ist die Venushöhle vor allem für die heimischen Fledermäuse ein wichtiger Zufluchtsort, weshalb der Eingangsbereich im Winter mit einem Gitter geschützt wird. Allerdings ist das Gitter auch im Sommer noch zu sehen gewesen, so konnte ich die Fledermäuse, so sie denn da waren, gar nicht mal richtig aufmischen.

Die Kammwege


Natürlich war uns auch dieser kurze Weg noch längst nicht ausreichend und so ging es weiter. Ursprünglich sollte es noch zum Jesusbrünnlein gehen, doch war dieses plötzlich nicht mehr ausgeschildert. Zwischenzeitlich konnten wir noch zwischen zwei Abstiegen wählen, wobei einer sehr steil gewesen sein soll, wie ein Schild im Wald verkündete. Klar, dass die untrainierten Menschen sich wieder gegen diesen Weg entschieden. Mir hätte das freilich nichts ausgemacht.

Nachdem wir nun noch einen Wegweiser Richtung „Kleiner Hörselberg – Wutha – Eisenach“ fanden, nutzten wir diesen Weg und begingen dabei den Kammweg des Großen Hörselberges. Sehr angenehm ließ sich dieser aus Menschensicht belaufen, schließlich ging es sacht bergan und bergab, nur kurzzeitig mal etwas steiler hinauf oder hinab. Für mich natürlich keine echte Herausforderung, aber der Weg ist sehr schmal und windet sich mitunter stark, so dass ich auch aufpassen musste, dass ich darauf blieb.

Vom Kammweg des Großen Hörselbergs kamen wir auf eine Lichtung, die perfekt für eine Rast war und anschließend auf den Kammweg des Kleinen Hörselberges, von wo aus ebenfalls eine wunderbare Aussicht geboten wurde. Dieser war genauso schmal, aber gewann dadurch nur noch mehr an Reiz. Als plötzlich der Wuthaer Bahnhof ausgeschildert war, entschieden wir uns, umzukehren, damit wir nicht an der Straße bis nach Hause laufen mussten. Dank des inzwischen aufgeklarten Wetters war das ein richtig toller Spaziergang. Zum Abschluss gab es für Frauchen noch ein Stück superleckeren Kuchen im Berggasthaus am Großen Hörselberg, zumindest sagt sie, dass er lecker war. Ich hätte ja durchaus auch gerne mal probiert.

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