Mittwoch, 8. August 2012

Teil 2 des Bummelkuppenweges zur Betteleiche

Kleiner Prinz (Chris) am Prinzenstein
Wie bereits angekündigt, führte unser Weg noch weiter. Das nächste Ziel war der Prinzenstein. Der Prinzenstein entstand durch den Revierförster von Ihlefeld. Er war eng verbunden mit seinem Königshaus. Deshalb ließ er den Prinzenstein im Jahr 1881 errichten. Damit wollte er der Hochzeit von Prinz Wilhelm von Preußen (später Kaiser Wilhelm II.) mit der Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg am 27.02.1881 gedenken.

Obwohl der Prinz den Hainich vermutlich nie betreten, sondern lediglich aus der Ferne gesehen hat, steht der Prinzenstein an seinem angestammten Platz, wenngleich es nicht mehr das Original ist, was hier bestaunt werden kann. 1918 verschwand der Prinzenstein nämlich spurlos. Weder Bilder, noch sonstige Beschreibungen waren bekannt, nur die Inschrift des Prinzensteins wurde überliefert und so wurde der Prinzenstein erst 2004 wieder aufgestellt. Als Stein wurde ein Obelisk verwendet, der in jener Zeit oftmals als Gedenkstein eingesetzt wurde und mit der bekannten Inschrift versehen.

An der Betteleiche

Schließlich kamen wir an der Betteleiche an, den Bummelkuppenweg hatten wir zwischenzeitlich verlassen. Die Betteleiche soll bereits stolze 1.000 Jahre alt sein. Die Sage besagt, dass rund um Ihlefeld im Mittelalter Bettelmönche lebten. Sie hatten sich in der Klause „Eilfelden“ niedergelassen und boten dort ihre Dienste an. Sie konnten die Messe lesen, Krankenpflege betreiben und vieles mehr.


Allerdings hatten die Bettelmönche ein Gelübde abgelegt: Sie durften kein Eigentum besitzen und mussten von den milden Gaben leben, die die Bewohner ihnen an dieser Eiche überreichten. Damit diese Gaben vor Unwettern geschützt werden konnten, wurde eine kastenförmige Vertiefung in deren Stamm geschnitzt. Diese ist heute noch zu sehen, allerdings im Laufe der Jahrhunderte und durch das weitere Wachstum der Eiche, deutlich größer geworden.


Zwei Foxis suchen an der Betteleiche nach milden Gaben

Nach Reckenbühl


Von der Betteleiche aus ging es nach Reckenbühl, wo sich das Waldgasthaus Reckenbühl befindet. Dies war der perfekte Zeitpunkt für eine Pause. Kaffee und Kuchen für Frauchen und frisches Wasser, das unaufgefordert mit der Speisekarte für uns gebracht wurde, zeichnen den Service aus. Besonders schöne Kuchen und Torten gibt es im Gasthaus und wer zwischen  14 und 16 Uhr ein Stück Kuchen bestellt, bekommt gratis Kaffee nachgeschenkt. Wer also mitten im Wald gut essen will, dem kann ich dieses Waldgasthaus nur empfehlen.

Von Reckenbühl ging es gut gestärkt ein Stück weit zurück. Wir folgten hier unter anderem dem Waagebalkenweg und dem Hainichlandweg. Außerdem wollten wir den Betteleichenweg, der ebenfalls als Rundweg ausgezeichnet ist, noch folgen. Allerdings folgten wir diesem entgegen gesetzt der vorgesehenen Laufrichtung, so dass wir uns an einer Kreuzung falsch entschieden und wieder bei Reckenbühl heraus kamen. Von dort aus kehrten wir dann wieder zur Betteleiche zurück, wobei der deutsche Urwald seinem Namen alle Ehre machte. Vom Regen, der einsetzte, merkten wir durch das dichte Laub nämlich nichts. Am Steinernen Tisch gab es noch eine kurze Rast und dann ging es zurück zum Auto.

Fotos: © B. Lutz

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