Dienstag, 4. September 2012

Auf dem Saugrabenweg: Von der Fuchsfarm zum Wildkatzenkinderwald

Fuchsfarm
Schon  gestern habe ich euch über die Anfänge des Saugrabenwegs aufgeklärt. Der etwa 10 km lange Rundweg hielt aber noch mehr Sehenswertes bereit, das ich euch heute zeigen will:

Die Fuchsfarm


Kurze Zeit später erreichten wir die Fuchsfarm, die 1912 von Louis Haber gekauft wurde. Anfangs baute er ein Holzhaus für die Wochenenden darauf, übergab das Anwesen aber schon 1919 an seinen Schwiegersohn. Dieser verkaufte es an Eugen Krings, dem das Wochenendhaus nicht ausreichte, sondern der ein Wohnhaus samt Scheune und Stall baute. Bekannt wurde das Gelände fortan als Weidegut.

1930 begann Krings damit, eine Pelztierfarm für Silberfüchse aufzubauen und seither trägt das Gelände den Namen Fuchsfarm. 1945 ging Krings jedoch in den Westen, das Anwesen wurde fortan vor allem von Umsiedlerfamilien bewohnt. 1953 dann richtete man die „Station junger Naturforscher“ auf der Fuchsfarm ein. Die Gebäude verfielen jedoch oder wurden abgerissen, als die gesamte Region später Sperrbezirk und Truppenübungsplatz wurde.

Von hier aus ging es linkerhand wieder in den Wald, um auf unserem Rundweg zu bleiben. Nach kurzer Zeit erreichten wir die nächsten Ziele.

Dusty am Hünenteich

Der Hünenteich


Schließlich kamen wir am Hünenteich an. Der einstige Erdfall wurde künstlich angelegt und gehört damit zu den wenigen Gewässern im Nationalpark Hainich, die das ganze Jahr über Wasser führen und zu den Stillgewässern zu zählen sind. Man geht heute davon aus, dass der Hünenteich einst der Fischzucht diente und einer von drei solcher Teiche war.

Die Teiche wurden von der Siedlung Gr´dverode angelegt. Bis etwa zum Jahr 1200 muss sie direkt am westlich gelegenen Waldrand bestanden haben. Der Ortsname, auch als Graurode bekannt ist, soll aus dem Altdeutschen stammen und so viel bedeuten, wie die „Rodung eines Grafen“. Heute wird der Hünenteich von Amphibien aller Art besiedelt, wie dem Teich- und dem Bergmolch, dem Gras-, dem Laub- und dem Wasserfrosch. Zwischen Mai und Juni soll der Hünenteich sogar mit gelben Schwertlilien übersät sein. Das werden wir vielleicht nächstes Jahr mal überprüfen.

Gottheit in Schwertform

Der germanische Kultpfad


Am Hünenteich führt auch der germanische Kultpfad entlang, auf dem viele einstige Kultstangen und Götterbilder zu finden sind. Eine davon zeigte das Schwertidol bzw. die Gottheit in Schwertform. Damit ist eine männliche Gottheit gemeint, die in der spätesten Latenezeit bis hin zur frühesten römischen Kaiserzeit (Ende des 1. Jahrhunderts vor Chr.) ein Heiligtum war. Tieropfer und Menschenschädel wurden dafür als Opfer gebracht.

Der germanische Kultpfad ist entstanden, weil zwischen 1957 bis 1964 bei Oberdorla das „Opfermoor Oberdorla“ ausgegraben wurde. Über mehr als 1.000 Jahre hinweg opferte man Menschen und Tiere den germanischen Göttern, sowie ihren Vorfahren, so dass die Ausgrabung zu den bedeutendsten gehörte. Die Kultfiguren sind allesamt Nachbildungen der Artefakte, die bei Oberdorla gefunden wurden. Nähere Informationen dazu gibt es bei Opfermoor.de.

Am Wildkatzenkinderwald

Die Hünenburg


Unterwegs trafen wir auch auf die Hünenburg, die zu den acht bekannten Befestigungsanlagen im Hanich zählte. Heute geht man davon aus, dass sie zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert entstanden ist. Sie könnte aber schon vorher als Zufluchtsort für die Bewohner der Region gedient haben. Im Mittelalter mussten hier Soldaten postiert werden, diese sollten Reisende auf der alten Handelsstraße vor Wegelagerern und Räubern schützen. Die alte Handelsstraße war auch unter dem Namen „Salzstraße“ bekannt. Die Soldaten fanden in der Hünenburg, die wahrscheinlich zusätzlich mit einer Dornenhecke abgeschirmt war, Zuflucht und konnten sie als Stützpunkt verwenden. Noch heute finden sich im Wald einige Reste der ehemaligen Wallanlage.

Blick durch das Fernrohr

Die grünen Klassenzimmer


Schließlich gelangten wir zu den grünen Klassenzimmern. Während das grüne Klassenzimmer Teich beim Hünenteich angesiedelt war, kamen wir zum grünen Klassenzimmer Wiese, wo ebenfalls viele Schautafeln über die Entwicklung von Wiese und Wäldern informieren.

Dann kam die UBIS, an der es Faltblätter für die einzelnen Klassenzimmer gibt. So finden sich darin noch weitere Infos zu den Angaben auf den Schautafeln. Außerdem befindet sich hier der Wildkatzenkinderwald mit Schneckenhaus, Eichhörnchenkletterlabyrinth und vielem mehr. Da aber Hunde nicht erlaubt sind, konnten wir nur einen Blick auf die Schautafel am Eingangsbereich werfen.

Von der UBIS aus ging es dann zurück zum Parkplatz, wo noch eine Art Fernrohr angebracht ist. Durch dieses sieht man aber nur eine Figur in unmittelbarer Nähe, da es eben kein Fernglas im eigentlichen Sinne, sondern nur ein Rohr ist. Für Kids aber sicher interessant. Für mich dagegen war das Schönste, dass wir wieder durch den Wald laufen konnten.

Fotos: © B. Lutz

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