Montag, 24. September 2012

Unterwegs im Triebtal

Wir an der Sperrmauer mit Tosbecken
Wir wohnten ja im Urlaub in dem kleinen Örtchen Trieb. In der Vorbereitungsphase des Urlaubs suchte Frauchen danach und fand den Ort Trieb, der zu Pöhl gehört. Sie ging fest davon aus, dass wir hier wohnen würden, das erwies sich jedoch als Irrtum. Wir wohnten nämlich in Trieb, einem Ortsteil von Falkenstein, also ca. 15 km weiter. Durch den Ort führte der gleichnamige Fluss, quasi fast an „meinem“ Grundstück vorbei. Kein Wunder, dass wir auch wissen wollten, wo das Triebtal ist. Dieses befindet sich in Jocketa, nahe der Talsperre Pöhl. Wir hatten uns hier die beiden Wege „Jocketaer Panoramarundweg Pöhl“ und „Triebtalweg Pöhl“ für den Tag vorgenommen. Beide Wege sollten am Bahnhof Jocketa starten, so dass Frauchen uns zur Bahnhofstraße in Jocketa navigierte. Vom Bahnhof war hier zwar nichts zu sehen, aber neben dem Gasthof und Landhotel Alt-Jocketa fanden wir einen schönen Parkplatz, von dem wir unseren Weg starteten.


Start
Parkplatz beim Gasthof und Landhotel Alt-Jocketa (Bahnhofstraße Jocketa fürs Navi)
Ziele
Triebtal
Sperrmauer mit Tosbecken
Dobrisbach
Loreley-Felsen
Elstertalbrücke
Barthmühle (Bahnhof-Haltestelle & Gasthof – letzterer aktuell geschlossen)
Teufelskanzel
Lochbauer Gasthof & Pension
Mosenturm
Ausblick auf Talsperre Pöhl
Huthausplatz
Dauer
ca. 7 Stunden
Länge
ca. 17 km

Das Triebtal


Dusty auf dem Loreley-Felsen
Zunächst fanden wir nahe dem Parkplatz ein Schild, das zum Triebtal zeigte, das wir natürlich sofort als ersten Abstecher nutzten. Endlich fanden wir wieder Wasser und hier war es doch noch recht frisch. Von dort ging es weiter zur Sperrmauer für die Talsperre Pöhl.

Ganz stolz berichtete hier eine Tafel, dass die Sperrmauer als Gewichtsstaumauer angelegt ist, und zwar aus Beton. Ebenfalls ist hier das Tosbecken. Über die Anlage führte eine kleine Brücke, die Anlage selbst war mittels Zaun abgesperrt. Allerdings waren die Zaun-Zwischenstände sehr groß, so dass mein Kumpel Dusty und ich erst einmal die Köpfe durchstecken mussten. Ich ranker, schlanker Kerl habe mich sogar durch den Zaun durchgemogelt, was Frauchen gar nicht so toll fand.

Danach ging es auf dem gleichen Weg weiter, wo noch ein Naturlehrpfad zu verlaufen schien. Er berichtete unter anderem über den Dobrisbach. Dieser Gesteinsschuttkegel befindet sich wohl an der Mündung in die Trieb.

Der Loreley-Felsen


Elstertalbrücke
Danach fanden wir einen Hinweis auf den Loreley-Felsen, der gerade einmal 500 Meter entfernt sein sollte. Ganz klar, dass wir diesem Felsen einen Besuch abstatten wollten. Während Dusty und ich voller Tatendrang den steilen Anstieg mit gefühlten 5.000 Stufen (Frauchen hat auf dem letzten Abschnitt angefangen zu zählen, nach mehr als 80 Stufen aber aufgegeben) in Angriff nahmen, war Frauchen schon bald ziemlich außer Puste. Ich muss sie doch noch etwas besser trainieren.

Vom Loreley-Felsen aus gab es dann aber einen schönen Ausblick in die Region, wo alles voller Wald war. Jetzt verstehe ich auch, warum im Vogtland so viele Orte auf „-grün“ enden (Vogelsgrün, Voigtsgrün, Herlasgrün…).

Die Elstertalbrücke


Teufelskanzel
Das nächste Ziel war die Elstertalbrücke, wobei wir natürlich erst mal wieder einen ziemlichen Abstieg wagen mussten. Wieder kamen wir an Bahnschienen vorbei, bis wir die riesige Brücke aus Ziegelsteinen, die nur noch von der Göltzschtalbrücke übertroffen wird, erreichten. Die Grundsteinlegung für die Elstertalbrücke fand bereits am 07. November 1846 statt, fünf Jahre später, am 15. Juli 1851 wurde sie eingeweiht. Die Brücke ist 280 Meter lang und bis zu 31 Meter Spannweite weist sie auf. Die Höhe ist mit 68 Metern angegeben.

Das und noch viel mehr, könnt ihr auf einer Tafel an der Brücke erfahren, die anlässlich der 150 Jahr Feier im Juli 2001 enthüllt wurde. Dort steht auch, dass nie mehr als 899 Arbeiter am Brückenbau beteiligt waren.

Die Barthmühle


Kurz nach der Elstertalbrücke kamen wir dann tatsächlich am Bahnhof von Jocketa an, wo sich die Haltestelle Barthmühle befindet. Außerdem gibt es in unmittelbarer Nähe die Gaststätte Barthmühle. Diese ist zur Zeit (September 2012) aber nicht in Betrieb, sondern steht zum Verkauf.

Danach folgten wir dem Lochbauer-Rundweg, der uns zum Lochbauer bringen sollte. Unterwegs entdeckten wir dann die Teufelskanzel, eine große Felsformation, die schon sehr beeindruckend war.

Lochbauer: Gasthof & Pension


Wir sind am Mosenturm
Schließlich gelangten wir zum Lochbauer, einem Gasthof mit Pension und supertollem Biergarten. Hier wird exklusiv das Hammer Bier ausgeschenkt. Dort ließ sich Frauchen wieder mal zum Essen nieder, was die alles weg putzt, während ich so oft leer ausgehe…

Kaum hatten wir uns gesetzt, kam auch schon ein Wassernapf für Dusty und mich und wir genossen die Aussicht auf die grüne Wiese, den angrenzenden Wald und die vielen Felsen gegenüber. Frauchen studierte derweil die Speisekarte, die in schwungvoller Handschrift verfasst war. Dabei fiel ihr ein Begriff mehrfach ins Auge: „Bambes“. Sie las mehrmals Bambus und dachte sich, Bambus und Pilze passen zusammen, aber Bambus und Apfelmus? Natürlich musste sie dann beim Kellner erst einmal nachfragen und die Überraschung war groß. „Bambes“ heißen im Vogtland nämlich Kartoffelpuffer, während wir Eisenacher sie eher als „Detscher“ kennen. Wie heißen denn Kartoffelpuffer bei euch? Vielleicht bekommen wir ja hier eine Sammlung zusammen, wo welche Speisen wie bezeichnet werden, damit Frauchen nicht so unwissend bleibt.

Mosenturm, Aussichten und Huthplatz


Aussicht auf die Talsperre Pöhl
Nach dem üppigen, sehr leckeren Mahl im Lochbauer setzten wir unseren Weg fort. Es ging immer weiter hinauf zum Mosenturm, der vom „Verein der Naturfreunde Plauen“ erbaut wurde. Auch hier hatten wir wieder eine schöne Aussicht, bevor wir uns an den Abstieg zur Sperrmauer machten.

Zwischendurch gab es noch einen herrlichen Ausblick auf die Talsperre Pöhl, die genauso als „Vogtländisches Meer“ bezeichnet wird. Das liegt mit Sicherheit an der Größe, denn sogar von weit oben konnten wir nicht die komplette Talsperre überblicken.

Danach folgte der steile Abstieg wieder mit unzähligen Stufen, der uns zum Huthhausplatz brachte. Früher soll hier ein Huthhaus gestanden haben, in dem sich wohl die Wohnung des Obersteigers befand. Auch eine sehr frühe Siedlung soll hier gewesen sein, wie archäologische Funde beweisen. Auf einer großen Informationstafel könnt ihr dazu mehr erfahren.

Anschließend folgten wir dem Weg weiter zur Sperrmauer, wieder durchs Triebtal und zurück zum Auto, so dass wir nun wieder zu „meinem“ schönen Garten fuhren, wo ich natürlich foxl-like aufpassen musste, dass niemand Fremdes herein kommt.

Fotos: © B. Lutz

Kommentare:

  1. Bei uns heißen Kartoffelpuffer (auf Sächsisch): "Griene Glitscher", auf Erzgebirgisch "Klitscher" oder "Fratz'n". :-)

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  2. Prima, dann haben wir ja jetzt schon mal ein paar Erklärungen für Kartoffelpuffer. Mal sehen, ob es noch mehr werden. Frauchen soll ja nicht dumm sterben - wuff-wuff Chris

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