Donnerstag, 25. April 2013

Ich war noch niemals…

Frisch getrimmter Dusty strahlt in die Sonne
…in New York? Nö, da will ich auch gar nicht hin. Da müsste ich ja fliegen und da ich ein wenig zu schwer bin, um ins Handgepäck zu passen, müsste ich in den Frachtraum. Das geht ja gar nicht! Aber wir haben festgestellt, dass mir, als waschechtem Eisenacher ein echter Fauxpas unterlaufen ist. Ich war nämlich tatsächlich noch niemals auf der Wartburg. Frauchen meinte gleich, dass sich das unbedingt ändern musste und da das Wetter so super war, haben wir das gleich nach Feierabend in Angriff genommen. Das kann ja auch echt nicht sein, dass wir die Wartburg schon aus allen Blickwinkeln gesehen haben, aber noch nie oben waren.

Klaro, dass wir Dusty auch mit eingepackt haben. Der soll ja schließlich die alte Burg mit kennen lernen. Übrigens musste der doch echt noch vorher zum Tierarzt und sich pieksen lassen (hihi). Gott sei Dank brauchte ich „nur“ im Wartezimmer sitzen und warten, aber das hat mir schon gereicht.

Los ging es in der Frankfurter Straße

Staffelbruch im Oberrotliegend

Gestartet sind wir in der Frankfurter Straße und dann dem Eselspfad Richtung Wartburg gefolgt. Dabei kamen wir am „Staffelbruch im Oberrotliegend“ vorbei. Das ist ein riesiger Fels, der schon seit 1977 als geologisches Naturdenkmal gilt. Zumindest hat uns das eine Tafel verraten, die da herum stand. Aber rund herum war alles abgesperrt, weil wohl Steinschlaggefahr bestand. Da haben wir unsere vier Pfoten lieber in die Hand genommen und sind weiter marschiert.

Der Aufstieg ist nicht ganz ohne, weil es ziemlich felsig ist und teilweise recht schmal. Dadurch kann man schnell mal abrutschen, aber zumindest war es trocken und das erleichterte die Sache doch enorm. Nur einmal ist mein Frauchen in ein Matschloch gelaufen, das schön unter Laub versteckt war – hihi. Da stand sie wieder eine Etage tiefer mit einem super dreckigen Schuh. Dusty und ich sind derweil in die nahe gelegene Schlammpfütze gesprungen und haben uns wieder schwarze Stiefelchen angezogen. Dusty sah dann richtig gut aus, der ist doch frisch getrimmt und war auf einmal doch nicht mehr ganz so schön, wie jetzt alle wieder behaupten.

An der Eselstation

Eselstation

Nach kurzer Zeit schon kamen wir an der Eselstation an. Wer Eisenacher ist, weiß, was gemeint ist, für alle anderen: Seit 1900 schon können die Kinder auf einem Esel auf die Wartburg reiten. Dabei führen die Esel die Kids noch ein Stück weiter Richtung Burg hoch, nur das allerletzte Stück müssen sie dann zu Fuß laufen.

Die Esel, darunter Susi, Lotte oder Max, waren aber gerade nicht da. Wahrscheinlich sind sie noch nicht in die Saison gestartet oder haben nachmittags einfach auch schon Feierabend. Kurzerhand hat Frauchen uns dann zu Eseln gemacht und uns einfach an der Eselstation angebunden. Eine echte Frechheit. Entsprechend habe ich mich auch beklagt und ihr gleich gesagt, sie soll mich schnell entlassen, nicht dass noch jemand auf die Idee kommt, auf mir da hoch zu reiten. Das geht ja gar nicht!

Auf der Wartburg

Ausblick aufs Burschenschaftsdenkmal

Noch ein ganzes Stück weiter hoch mussten wir, bevor wir endlich auf dem Burggelände waren. Zuerst haben wir mal die Aussicht genossen, die ist echt gigantisch. Frauchen musste nur aufpassen, dass wir nicht von der Plattform runterspringen, denn das war ja sooo interessant.

Danach ging es über die Zugbrücke (ja, ich war auf einer richtig echten Zugbrücke) in den Burghof, wo ihr auch Führungen buchen könnt. Aber da wir da nicht mit dürfen, haben wir das gelassen. Sattdessen haben wir uns den mittelalterlichen Kräutergarten angesehen, die Schießschächte in den Mauern, den Turm, den man gegen Entgelt besteigen kann, und natürlich die alten Kanonen. Das sind vielleicht komische Dinger.

Der Elisabethplan

Endlich Frühling!

Danach machten wir uns auf den Rückweg und kamen zum Elisabethplan. Hier sollen wohl mal alte Spitäler gestanden haben, ein altes Kloster und auch das Rosenwunder wurde natürlich mit einer Statue der Heiligen Elisabeth dargestellt, die einen Strauß Rosen in der Hand hielt.

Auf den Wiesen rund um diesen Plan, den man erst in den letzten Jahren anlegte, weil die entsprechenden Erkenntnisse wohl erst bei Ausgrabungen aus 2006 entstanden sind, sind ganz viele bunte Blumen gewachsen. Da war so viel Farbe, dass man endlich an den Frühling glauben kann. Ich denke jetzt ernsthaft, dass er uns ENDLICH gefunden hat.

Der Rückweg

Dusty bewundert die Blumen

Dann ging es langsam aber sicher zurück, viel zu schnell, wie immer. Aber unterwegs fand ich am Wegrand einen großen Laubhaufen. In den bin ich erst mal reingesprungen, habe mich da auf dem Bauch vorgerobbt und wollte mich darin verstecken. Dann hab ich auf Dusty gewartet, mich richtig auf die Lauer gelegt, aber irgendwie hatte er keine Lust.

Nach nur zwei Stunden und 6,5 Kilometern waren wir schon wieder viel zu früh am Auto und ich konnte dann nur noch auf unserem Wiesentreffpunkt ein wenig toben.

Fotos: © B. Lutz

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