Samstag, 4. Mai 2013

Ich soll meine Berufswahl überdenken?


Wirf endlich den Ball, los jetzt!

Als waschechter Foxl war für mich von Anfang an eines klar – ich wollte, wenn ich groß bin, mal Schnüffler werden. Klar, ich bin Hund, hab eine Nase und kann natürlich ganz wunderbar in fremder Leute Sachen rumschnüffeln. Außerdem bin ich super neugierig und passe immer auf, dass alles an s(m)einem Platz ist. Jetzt hat mir Frauchen aber einfach an den Kopf geknallt, dass ich als Schnüffler ungeeignet sei und meine Berufswahl überdenken sollte. Eine Frechheit, findet ihr nicht? Aber was war passiert?


Kessys Bällchen ist das Schönste


Ballsuche in der Wiese
Dass wir am Abend immer zum Toben auf die Wiese gehen, wisst ihr ja bereits. Meine Ballpatsche ist zwar lustig und damit spiele ich auch gerne, aber wenn Kessys Frauchen dann deren Ball raus holt, ist der natürlich viel interessanter. Kein Wunder, der riecht ja auch nach MEINER Kessy!

Jedenfalls ist Kessy ja schon ein Jahr älter als ich und deshalb schneller kaputt. Und wenn sie dann keine Lust mehr auf ihr Bällchen hat, komm ich da auch mal ran. Und Frauchen darf dann auch mit Kessys Bällchen mit mir spielen. Also warf sie es wieder weit in die in den letzten Tagen rasant gewachsene Wiese. Die ist jetzt übrigens toll mit Löwenzahn bewachsen und ich habe mir keine schwarzen, sondern gelbe Stiefelchen angezogen. Und ich suchte und schnüffelte wie ein Irrer. Das Dumme war nur – ich fand das Bällchen nicht mehr. Auch Kessy, Kessys Frauchen und mein Frauchen, sogar Dusty und sein Frauchen suchten fleißig mit. Aber keiner fand das Bällchen wieder. Und nur weil ich das Bällchen verbummelt hab, sagt Frauchen, sei ich kein geeigneter Schnüffler :-(

Mit Taschengeld sieht es mau aus


Mist, wieder hat Kessy das Bällchen
Ich dachte ja nun, dass ich mit meinen drei Jahren langsam mal nach Taschengeld fragen könnte bei Frauchen. Ich wollte ihr damit auch was zum Muttertag kaufen. Aber sie hat eiskalt abgelehnt. Sie sagte, selbst wenn ich Taschengeld bekäme, müsste ich das jetzt hernehmen, um Kessy ein neues Bällchen zu kaufen. Nur gut, dass ich am Montag meine Pediküre, Maniküre, neue Frisur und Ganzkörpermassage nicht auch noch selber bezahlen muss. Wobei – wieder zwei bis zweieinhalb Stunden still stehen und an mir rum zupfen lassen – da hab ich ja eigentlich gar keine Lust drauf.

Na gut, Frauchen. Dann gehst du halt wieder leer aus zum Muttertag. Aber vergiss nicht – nächste Woche ist Männertag und da will ICH auf jeden Fall was haben. Schließlich bin ich schon ein gestandener Mann und dass ich noch Jungfrau bin, ist auch nur deine Schuld, Frauchen.

Nichts darf man


Suchbild - wo bin ich?
Überhaupt war Frauchen diese Woche gemein zu mir – und das auch noch am Feiertag. Da fiel ihr doch eine Glasfigur runter und zersprang in lustige, bunte Scherben und Splitter. Natürlich passe ich genau auf, was in MEINER Wohnung vor sich geht. Und so wollte ich gleich hin und gucken. Schließlich bin ich ein SCHNÜFFLER! Von wegen, Berufswahl überdenken.

Da brüllt Frauchen auf einmal „Pfui“ und ich solle mich da weg scheren. Hey, ich wollte doch nur mal gucken, was da los ist. Nichts darf man, echt eine Frechheit. Hinterher hat sie mir dann erklärt, dass das gefährlich war und ich mir so eine Scherbe in die Pfote hätte eintreten können. Und das wäre schmerzhaft und ich hätte zum Tierarzt gemusst.

Da war es vorbei


Meine Rollkur auf der Wiese
Als ich das böse Wort mit dem „T“ am Anfang hörte, war es vorbei. Meine Augen wurden riesengroß (auch wenn Frauchen das unter dem vielen Fell nicht sehen konnte), mein Schwanz senkte sich zwischen meine Beine, ich nahm die Beine in die Pfoten, drehte um und sauste davon, wie Speedy Gonzalez. Nein, nein, freiwillig gehe ich nicht zum Tierarzt. Bleib mir bloß weg mit dem!

Und als wäre das nicht genug, ärgert sie mich auch noch, wenn wir schmusen. Da fand sie nämlich eine Zecke, sprang von der Couch auf und holte ganz schnell die Zeckenzange. Sie musste natürlich anschließend erst mal geschlagene zehn Minuten durch mein dickes Fell wühlen, um sie wieder zu finden und zu entfernen. Jetzt wird es aber höchste Zeit, dass ich zum Friseur komme, die Tropfen bekomme und sie die Mistdinger endlich wieder besser findet.

Fotos: © B. Lutz

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