Mittwoch, 9. November 2016

Chris vom Jahnsteinhof – 05.03.2010 bis 08.11.2016

Warum? Warum bist auch du nun so schnell gegangen? Wie konntest du mir das antun, du warst mein Fels in der Brandung, der Eine, der mich aufrecht hielt. Du warst Mr. Sporty, eine kleine Bergziege, ein Rettungsschwimmer und Wandersmann, immer gut gelaunt und immer doch zumindest etwas selbstständig. Und dann? Dann kamst du plötzlich nicht mehr auf die Couch gesprungen, obwohl noch vor wenigen Monaten so viele Menschen sprachen, man solle dir die Sprungfedern aus den Beinchen nehmen.

Nur eine Woche später warst du vom Hals an abwärts gelähmt. Es war kein einfacher Bandscheibenvorfall, den man für ein paar Hundert Euro operieren konnte, nein, es war ein beschissener Gen-Defekt, ein so fieses Gen, dass dich in nur einer Woche von dieser Erde geholt hat. Und diese Erbanlagen lassen sich nicht therapieren, sie sind einfach da.

Mit dir, mein lieber Chris, geht noch mehr Farbe aus dieser Welt verloren und du folgst nun schon als drittes Familienmitglied in diesem Jahr deinen Vorgängern an diesen farbenprächtigen Ort. Doch uns, deine Familie, die lässt du zurück, nimmst alle Farbe mit, wir bleiben in einer grauen trostlosen, schrecklichen Welt zurück, auf der das Weitermachen jeden Tag ein Stück schwerer fällt.

Ich wünsche dir eine gute Reise, mein Schatz. Ich liebe dich, das war vom Tag des ersten Besuchs bei dir so, es ist heute so und es wird immer so bleiben. In meinem, nein, in unseren Herzen wirst du ewig leben. Grüße da drüben bitte all unsere Lieben und warte auf uns. Wir kommen irgendwann nach und können dann wieder unsere Zeit zusammen verbringen. Bis dahin, vergiss mich nicht und warte auf mich.

In ewiger Liebe und tiefer Trauer

Dein Frauchen und deine Familie